Am nächsten Tag ging es dann schon los zum Uluru (oder Ayers Rock). Uns trennten nur noch 600km Wüste von dem größten Monolithen der Welt, der wohl DAS Bild ist, was jeder sofort mit Australien assoziiert. Gerade nach 8 Stunden Fahrt dort angekommen, mussten wir feststellen, dass wir es wirklich geschafft hatten die 1500km von Adelaide bis in die Mitte der Wüste zurückzulegen, um dann den majestätischen Felsen im Regen zu sehen. Ist denn das zu glauben? Da fährt man in die Mitte der Wüste und es regnet! Die daraus resultierende Enttäuschung wurde jedoch wieder gut gemacht, als wir uns dem Uluru näherten und sehen konnten, dass sich der sonst rote Felsen mit Wasser voll gesogen hatte und lila zu sein schien. Zudem strömten nun viele kleine Wasserfälle an ihm herunter. Unser Tourguide eröffnete uns voller Begeisterung, dass er noch nie so viel Wasser in den umliegenden Wasserlöchern gesehen hatte und war unglaublich beeindruckt von den Wasserfällen. Auch wir freundeten uns damit an, den Felsen mal anders als andere zu sehen und genossen dieses Spektakel. Beim Verlassen des Nationalparks auf dem Weg zu unserem Resort hielten wir noch einmal am Straßenrand, weil Clint etwas noch viel tolleres entdeckt hatte als die Wasserfälle! Über dem Uluru hatte sich eine enorme pilzförmige Wolke gebildet die nun wachsam und ruhig über ihm schwebte. Da wir uns den nicht vorhandenen Sonnenuntergang an diesem Abend gespart haben, war es selbstverständlich um 4 Uhr aufzustehen, um ersatzweise den Sonnenaufgang am Uluru zu betrachten, bevor wir uns auf unsere Wanderung um den Felsen begaben. Als wir uns munter um 6 Uhr aufmachten den Felsen zu umrunden, wurde uns noch ein weiterer Vorteil der schon etwas verbesserten Wettersituation klar: Für einen 10,4km Lauf waren angenehme 29°C einfach besser geeignet, als die üblichen 43°! Die Wanderung offenbarte uns, dass der Uluru viel fassettenreicher ist und viel mehr kleine Narben und Strukturen hat, als auf den typischen Bildern zu sehen ist. Besonders gefallen haben uns die kleinen Geschichten, die die Aboriginies zu diesen „Narben“ erzählen. Überraschend erfrischt machten wir uns nach der Wanderung dann alle zusammen auf zum Kata Tjuta, der ganz in der Nähe des Ulurus liegt und fast noch schöner war. Den Rest des Tages verbrachten wir fast ganz im Bus auf dem Weg zum Kings Canyon Resort, wo wir die Möglichkeit hatten draußen zu übernachten, wo doch unser erster Versuch am Uluru durch das Wetter verhindert wurde.
Clint kümmerte sich um das Lagerfeuer während wir es uns auf unseren zusammengerollten Schlafsäcken bequem machten, als jemand 5m von der Mitte des Camps entfernt einen Skorpion entdeckte. Dass Dingos gerne bei Nacht ins Camp kommen, um nach Essen zu suchen und es dort wie fast überall in Australien relativ große Spinnen und ein paar Schlangen geben kann war uns ja bewusst, aber das mit den Skorpionen hatten wir irgendwie nicht mitbekommen! Nachdem wir dann belehrt wurden, dass dieses Tier uns ausnahmsweise mal nicht töten kann, waren wir bereit zum aufatmen – doch dann kam noch dieser kleine Nachsatz, den Australier wohl besonders genießen: „Aber wenn es euch beißt tut das in etwa so weh als würdet ihr euch die Hand abhacken!“ Na da fühlt man sich doch gleich wohler in einem großen massiven Schlafsack, der als „Zelt“ dient! Dass wir unsere so genannten Swags erst ausbreiten sollten kurz bevor wir uns auch hineinlegen wollten hatte auch den Grund, dass es sich sonst die Tiere gerne darin bequem machen. Trotz allem gehörten wir am Ende noch zu dem kleinen Kreis der Mutigen, die sich dieses Erlebnis nicht entgehen lassen wollten und wurden mit einem atemberaubenden Sternenhimmel und auch ein paar Sternschnuppen belohnt!
Am nächsten Morgen brachen wir wieder in aller Frühe auf, um den Kings Canyon Walk vor dem Höhepunkt der Hitze hinter uns zu bringen und nicht auf dem „Heartattack Hill“ eine ungewollte Pause einlegen zu müssen. Wir haben alle den Heartattack Hill überwunden und sind wohlbehalten am wunderschönen Canyon angekomme.
Nach einer kurzen Lunch-Pause im Resort und einem kurzen Swim im dazugehörigen Pool ging es dann zurück auf den Highway nach Alice Springs, wo unsere Tour leider schon endete.
Doch weil es ein wenig schade war, dass wir alle ca. 4 verschiedenen Hostels gebucht hatten, beschlossen wir zusammen zu Abend zu essen und unsere Reise bei ein paar Bier und Tequila ausklingen zu lassen.
Nach einem weiteren Tag in Alice Springs haben wir uns dann aus der Mitte der Wüste verabschiedet und uns auf den Weg in die Tropen begeben und hier sind wir jetzt. Es ist wirklich faszinierend – die Luftfeuchtigkeit beträgt heute 82%, der Himmel ist bewölkt, aber es ist knackige 32°C warm und es fühlt sich exakt so an wie im Tropenhaus im Zoo!