Mittwoch, 20. Januar 2010

Fortsezung Melbourne - Alice Springs

Am nächsten Tag ging es dann schon los zum Uluru (oder Ayers Rock). Uns trennten nur noch 600km Wüste von dem größten Monolithen der Welt, der wohl DAS Bild ist, was jeder sofort mit Australien assoziiert. Gerade nach 8 Stunden Fahrt dort angekommen, mussten wir feststellen, dass wir es wirklich geschafft hatten die 1500km von Adelaide bis in die Mitte der Wüste zurückzulegen, um dann den majestätischen Felsen im Regen zu sehen. Ist denn das zu glauben? Da fährt man in die Mitte der Wüste und es regnet! Die daraus resultierende Enttäuschung wurde jedoch wieder gut gemacht, als wir uns dem Uluru näherten und sehen konnten, dass sich der sonst rote Felsen mit Wasser voll gesogen hatte und lila zu sein schien. Zudem strömten nun viele kleine Wasserfälle an ihm herunter. Unser Tourguide eröffnete uns voller Begeisterung, dass er noch nie so viel Wasser in den umliegenden Wasserlöchern gesehen hatte und war unglaublich beeindruckt von den Wasserfällen. Auch wir freundeten uns damit an, den Felsen mal anders als andere zu sehen und genossen dieses Spektakel. Beim Verlassen des Nationalparks auf dem Weg zu unserem Resort hielten wir noch einmal am Straßenrand, weil Clint etwas noch viel tolleres entdeckt hatte als die Wasserfälle! Über dem Uluru hatte sich eine enorme pilzförmige Wolke gebildet die nun wachsam und ruhig über ihm schwebte. Da wir uns den nicht vorhandenen Sonnenuntergang an diesem Abend gespart haben, war es selbstverständlich um 4 Uhr aufzustehen, um ersatzweise den Sonnenaufgang am Uluru zu betrachten, bevor wir uns auf unsere Wanderung um den Felsen begaben. Als wir uns munter um 6 Uhr aufmachten den Felsen zu umrunden, wurde uns noch ein weiterer Vorteil der schon etwas verbesserten Wettersituation klar: Für einen 10,4km Lauf waren angenehme 29°C einfach besser geeignet, als die üblichen 43°! Die Wanderung offenbarte uns, dass der Uluru viel fassettenreicher ist und viel mehr kleine Narben und Strukturen hat, als auf den typischen Bildern zu sehen ist. Besonders gefallen haben uns die kleinen Geschichten, die die Aboriginies zu diesen „Narben“ erzählen. Überraschend erfrischt machten wir uns nach der Wanderung dann alle zusammen auf zum Kata Tjuta, der ganz in der Nähe des Ulurus liegt und fast noch schöner war. Den Rest des Tages verbrachten wir fast ganz im Bus auf dem Weg zum Kings Canyon Resort, wo wir die Möglichkeit hatten draußen zu übernachten, wo doch unser erster Versuch am Uluru durch das Wetter verhindert wurde.

Clint kümmerte sich um das Lagerfeuer während wir es uns auf unseren zusammengerollten Schlafsäcken bequem machten, als jemand 5m von der Mitte des Camps entfernt einen Skorpion entdeckte. Dass Dingos gerne bei Nacht ins Camp kommen, um nach Essen zu suchen und es dort wie fast überall in Australien relativ große Spinnen und ein paar Schlangen geben kann war uns ja bewusst, aber das mit den Skorpionen hatten wir irgendwie nicht mitbekommen! Nachdem wir dann belehrt wurden, dass dieses Tier uns ausnahmsweise mal nicht töten kann, waren wir bereit zum aufatmen – doch dann kam noch dieser kleine Nachsatz, den Australier wohl besonders genießen: „Aber wenn es euch beißt tut das in etwa so weh als würdet ihr euch die Hand abhacken!“ Na da fühlt man sich doch gleich wohler in einem großen massiven Schlafsack, der als „Zelt“ dient! Dass wir unsere so genannten Swags erst ausbreiten sollten kurz bevor wir uns auch hineinlegen wollten hatte auch den Grund, dass es sich sonst die Tiere gerne darin bequem machen. Trotz allem gehörten wir am Ende noch zu dem kleinen Kreis der Mutigen, die sich dieses Erlebnis nicht entgehen lassen wollten und wurden mit einem atemberaubenden Sternenhimmel und auch ein paar Sternschnuppen belohnt!

Am nächsten Morgen brachen wir wieder in aller Frühe auf, um den Kings Canyon Walk vor dem Höhepunkt der Hitze hinter uns zu bringen und nicht auf dem „Heartattack Hill“ eine ungewollte Pause einlegen zu müssen. Wir haben alle den Heartattack Hill überwunden und sind wohlbehalten am wunderschönen Canyon angekomme.

Nach einer kurzen Lunch-Pause im Resort und einem kurzen Swim im dazugehörigen Pool ging es dann zurück auf den Highway nach Alice Springs, wo unsere Tour leider schon endete.

Doch weil es ein wenig schade war, dass wir alle ca. 4 verschiedenen Hostels gebucht hatten, beschlossen wir zusammen zu Abend zu essen und unsere Reise bei ein paar Bier und Tequila ausklingen zu lassen.

Nach einem weiteren Tag in Alice Springs haben wir uns dann aus der Mitte der Wüste verabschiedet und uns auf den Weg in die Tropen begeben und hier sind wir jetzt. Es ist wirklich faszinierend – die Luftfeuchtigkeit beträgt heute 82%, der Himmel ist bewölkt, aber es ist knackige 32°C warm und es fühlt sich exakt so an wie im Tropenhaus im Zoo!

Montag, 18. Januar 2010

10 Tage Melbourne - Alice Springs - Teil 2



Nach einem Tag Pause ging es dann mit einem Busnund einer kleineren Gruppe auf zum nächsten Teil unserer Tour: In 6 Tagen von Adelaide ins Herz Australiens - Alice Springs! Nachdem wir unseren neuen Tourguide Clint und 7 neue Tourmitgleider begrüßt hatten, ging es los. Nach kurzer Zeit mussten wir leider feststellen, dass die Klimaanlage unseres niedlichen Kleinbusses kaputt war und wir es wohl keine 6 Tage bei über 40°C in ihm aushalten würden. Also wurde kurzer Hand mit einer Gruppe der gleichen Organisation getauscht die glücklicherweise gerade aus dem heißen Inneren des Landes kamen. Mit angenehm kühlen 30°C und neuem Elan ging es dann auf zu unserem ersten Stopp - Quorn in den Flinders Ranges. Dort haben wir 2 Tage in einer alten Mühle übernachtet und unsere erste Wanderung in den frühen Morgenstunden unternommen. Von den erkletterten Flinders Ranges konnten wir dann den Ausblick auf eine Bergkette genießen, die einen fast vollständigen Kreis bildet. Aus der Luft heraus soll es noch beeindruckender sein, doch auch schon von der Aussichtsplattform war es faszinierend aus dem mit Eukalyptusbäumen bewachsenen Tal die nahezu geschlossene bergkette um uns herum zu betrachten.


Dass das nicht die letzte Wanderung um 6 Uhr morgens bleiben würde, wurde uns bewusst, als uns Clint bei einem leckeren BBQ mit Emu und Känguru (sehr schmackhaft) die genauen Pläne für die nächsten Tage erklärte. Diese beinhalteten das tägliche Aufstehen um 5Uhr, um spätestens um 6 zum neuen Ziel aufbrechen zu können, damit wir unsere Wanderungen (die gerne zwischen 5 und 10km umfassten) vor der brennenden Mittagssonne beenden konnten. Gelockt wurden wir mit dem Versprechen dadurch mehr Zeit für den Pool zu gewinnen. Im Nachhinein waren wir ihm auch alle immer sehr dankbar dafür!

Nach unseren 2 Nächten in Quorn ging es ein Stückchen ins Landesinnere nach Coober Pedy, einer der größten Fundstellen von Opalen der Welt! Die Stadt ist außerdem bekannt dafür, dass viele Hostels und auch der Großteil aller privaten Wohnungen unter der Erde liegen. Und so checkten auch wir in ein Hostel unter der Erde ein. Doch bevor wir es uns unter der 6m dicken Gesteinsschicht zum Schlafen gemütlich machten, hatten wir noch etwas ganz besonderes vor! In der Stadt wohnt ein nettes Pärchen, dass eine Auffangstation für Kängurus führt. Gerade dort angekommen waren wir schon so gerührt von den kleinen Kängurus, dass wir am liebsten gar nicht mehr gegangen wären. Wir durften ihnen dabei zusehen wie sie noch relativ unkontrolliert herum hüpften, weil sie erst 4-6 Monate alt waren und eigentlich noch in Mamas Beutel gehört hätten. Außerdem durften wir sie füttern und streicheln. Als de nette Dame uns dann auch noch offenbarte, dass wir die kleinen Stinker in ihren genähten Beuteln auf den Arm nehmen dürfen waren wir total aus dem Häuschen. Das unfassbare Glück, dass wir in diesem Moment verspürten kann man wahrscheinlich unschwer den Bildern entnehmen...

Fortsetzung folgt

10 Tage Melbourne - Alice Springs Teil 1




10 Tage Melbourne- Alice Springs.Das war der Name der Tour die wir gebucht hatten und es steckte viel mehr dahinter als wir unrsprünglich erwartet hattem.Das wir in diesen 10 Tagen eine Menge sehen werden wussten wir, aber das wir im Endeffekt so viel erleben würden, davon haben wir gar nicht geträumt.
Gestartet sind wir am 5. Januar 2010-man muss dazu sagen, dass wir die nötigen Tickets am 4. Januar in einer Nachtaktion ausgedruckt haben und am 5. um 4.50 in der Früh auch mal nachgeschaut haben ob es überhaupt einen Tram gibt, der zu unseren PickupPoint fährt.Wie ihr euch sicher denken könnt.Es fuhr keiner. Aber da wir ja mittlerweile im Laufen ziemlich gut geübt sind, sind wir die stattlichen 2 km mit den satten Gepäck von je 30 kg zu Fuß gelaufen und waren letztendlich sogar die ersten am Treffpunkt.


Noch im Halbschlafe haben wir dann erstmal unser Sandwich gemümmelt und uns die Leute angeschaut mit denen wir nun die nächsten 10 Tage verbringen sollten.
Ein bunter Haufen aus Backpackern, typischen Touris, Studenten und anderen Grüppchen.
Insgesamt haben dann 22 Menschen auf den Bus gewartet, der auch nach ein paar Minuten Verspätung angerollt kam und uns Sean offenbarte-unseren Tourguide!



In den ersten 3 Tagen sind wir erstmal in mehreren Etappen von Melbourne nach Adelaide gefahren. Zu unserer Verwunderung gab es auch einen Zwischenstopp im geliebten Apollo Bay. Hätten wir das Tourprogramm nicht nur überflogen, sondern anständig durchgelsesn, hätten wir uns auch schon eher in Vorfreude wiegen können.So war es nun aber wirklich eine gelungene Überraschung. Es war ein sehr schönes Gefühl aus dem Bus zu steigen und sofort zu wissen wo man nun die beste Pizza findet während sich alle anderen erstmal orientieren mussten. Natürlich haben wir unseren Lunch dann ganz traditioniell an unserem Lieblingsplatz in den Dünen -wo wir auch schon das Weihnachtsfest verbracht haben-verspeist. Eine super Sache!




Und obwohl das natürlich schon eine tolle Sache für sich war, war das natürlich nicht das Highlight in diesen 3 Tagen. Schließlich haben wir uns unter anderem die faszinierende Felsformationen wie die 12 Apostel bei Sonnenuntergang angesehen.Und obwohl allein dieser Anblick schon überwältigend war, wurde er noch getoppt. Kurz nach Anbruch der Dämmerung wurde eine ganze Schar kleiner Pinguine an den Strand gespült, die sich dann in der sicheren Bucht ihr Nest für die Nacht gesucht haben. Es war herrlich anzusehen, als sich ca. 50 Pinguine erst in einem Grüppchen aufstellten um dann in Reih und Glied hintereinander den Strand hochzutrippelt um letzendlich in den Büschen zu verschwinden.Besonders erfreut waren wir über die , die nicht mit den anderen Pinguinen Schritt halten konnten, zurückfielen und dann mit ihren kurzen Beinchen Vollgas gaben um wieder aufzuholen.Süß!

Außerdem gab es noch die London Bridge, wunderschöne Strände, knuffige Koale und weiße Kängurus zu sehen.


Angekommen in Adelaide ging es dann auch schon wieder los mit der Sucherei der Tickets und Ungewissheit ob wir den 2-tägigen Hostel Aufenthalt nun überhaupt gebucht haben. Und natürlich wurden wir mal wieder für unsere mangelndes organisatorisches Engagemet belohnt-alles ist so gelaufen wie es sollte und so haben wir immernoch nicht dazugelernt.
Adelaide war eine ganz neue Erfahrung. Von allen Seiten umringt von Weingebieten, das Klima schon deutlich heißer als in den bisherigen Städten und für eine für Australien doch recht große Stadt überraschend unmodern. Gerade dadurch aber doch äußerst übersichtlich und gemütlich. Genauso auch der dazugehärige Strand , dem wir uns selbstverständlich an unserem freien Tag gewidmet haben.










Montag, 4. Januar 2010

Melbourne












Nachdem wir das idyllische Ferienörtchen Apollo Bay verlassen haben, hat uns unser Weg zurück in die Großstadt geführt! Hier erwartete uns wieder eine vollkommen andere Welt! Unser letzter Tag in Apollo Bay verlief etwas anders als erwartet! Da wir aus unserem Hostel schon ausgecheckt hatten, aber leider für keinerlei Campingequipment für den gebuchten Zeltplatz gesorgt hatten, wurde uns recht schnell klar: Wir sind nun für einen Tag und eine Nacht obdachlos! Teils angespannt, aber auch neugierig auf dieses Erlebnis haben wir uns mit unserem gesamten Haushalt auf den Weg zum Strand gemacht, um uns dort ein kleines Nest für die Nacht zu schaffen! Nach diesem mühsamen Weg haben wir uns dann auch gleich mit einer leckeren Pizza belohnt und mit einer Dose Dark&Stormy auf unsere verwegene Nacht angestoßen! Als die Sonne hinter dem Horizont verschwunden war, wurde uns dann relativ schnell bewusst, dass diese Nacht nicht so angenehm mild bleiben würde wie der Abend! Als die Temperatur dann unter 5°C gesunken war kamen wir auf die super Idee uns eine Mulde in den Dünen zu graben, damit uns niemand erstens sieht und wir ein wenig vor dem Wind geschützt sind. Nach einer knappen halben Stunde des Wühlens und Grabens durch den verwurzelten Sandboden haben wir es uns in unserem kleinen Nest so gemütlich gemacht wie es möglich war (wir hatten leider nicht einmal eine Decke) und haben uns den beeindruckenden Sternenhimmel angesehen! Die nächsten Stunden haben wir damit zugebracht zu frieren, uns vor kreischenden Möwen zu erschrecken und zu hoffen, dass doch endlich der Wecker um 5Uhr klingelt, damit wir uns mit Sack und Pack auf den Weg zum warmen Bus nach Melbourne machen können! Als wir an unserem Zwischenstop Geelong in den Zug nach Melbourne umstiegen, überkam uns das ungute Gefühl, dass die Gesamtbevölkerung von Geelong den Zug mit uns nach Melbourne teilen wollte! Uns wurde schnell klar, dass wir in eine große Massenbewegung zum Cricketspiel in Melbourne geraten waren. Nichts desto trotz hatten wir es nach einer guten Stunde Atemnot dann auch endlich geschafft Melbourne zu erreichen!
An unseren ersten Tagen in der Stadt haben wir uns erst einmal von den Menschen und der Großstadtstimmung (die wir ja schon lange nicht mehr hatten) berauschen lassen, sind stundenlang durch die Stadt gelaufen, um noch schnell ein Outfit für Silvester zu finden und haben uns natürlich auch hier den Royal Botanic Garden angesehen!Dann stand auch schon Silvester vor der Tür! Am 31. wurden wir dann von einer Freundin, die wir in Nyah kennen gelernt hatten abgeholt, um mit ihr und noch 4 weiteren Nyah-Familienmitgliedern das neue Jahr 10 Stunden vor der deutschen Zeit zu feiern! Die Belgier haben uns mit leckerem Essen verwöhnt und um halb 12 haben wir uns alle zusammen auf den Weg zum Strand gemacht, um uns das Feuerwerk über der Skyline Melbournes von dort aus anzusehen! Um 00:00Uhr haben wir lautstark allen auf all unseren unterschiedlichen Sprachen ein frohes neues Jahr gewünscht, sind in den Ozean gesprungen und haben uns schwimmend das Feuerwerk angesehen! Nass, aber glücklich haben wir uns dann auf den Weg zurück ins Apartment gemacht, um dort weiter zu feiern! Ab 2Uhr füllte sich das Haus nochmal, weil einige Australier auf dem Rückweg zu ihrer Wohnung die gute Laune förmlich riechen konnten und einfach mal hineingeschaut haben, was wir denn so treiben! So entstand eine bunte Mischung aus einem Haufen europäischer Backpacker und australischer Nachbarn! Alles in allem ein sehr gelungener Rutsch ins neue Jahr!
Aber damit war 2010 noch nicht genug gefeiert! Noch etwas müde und kaputt von der letzten Nacht machten wir uns gegen Mittag auf zum Sydney Myer Music Bowl, wo das Summadayze Festival stattfand! Auch hier waren wieder verschiedenste Nationalitäten und Typen vertreten, aber wir alle hatten eines gemeinsam: Wir wollten mit guten Djs und lauter „elektronischer Tanzmusik“ einen perfekten Start ins neue Jahr haben und das ist uns auch definitiv gelungen!
Unsere verbleibenden Tage werden wir damit verbringen uns die Sehenswürdigkeiten der Stadt anzusehen und die wirkliche angenehme Atmosphäre zu genießen, bis wir uns dann auf unsere 10tägige Bustour nach Adelaide (über die Great Ocean Road) nach Alice Springs begeben!